Das Spiel BLADE RUNNER: Testerfahrungen

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Das Spiel BLADE RUNNER: Testerfahrungen

2011-05-31

Basierend auf Ridley Scotts 1982 inszenierten Kultfilm "Blade Runner" entstand 1997 das gleichnamige Computerspiel. Trotz inzwischen veralteter Grafik vermag es immer noch dank seiner Atmosphäre und der kongenialen musikalischen Untermalung zu überzeugen.

Los Angeles im Jahr 2019: Der noch wenig erfahrene Blade Runner Ray McCoy muss sich mit dem Mord an einem Tierhändler befassen. Dabei stößt er im Laufe der Zeit auf eine Verschwörung, die immer weitere Kreise zieht und nur einen Schluss zulässt: Eine Gruppe von Menschen täuschend echt nachgeahmten Robotern, so genannte Replikanten, halten sich verbotenerweise auf der Erde auf und scheinen sich gegen ihr Schicksal aufzulehnen, lediglich Werkzeuge für die Erdmenschen zu sein. Dabei erweist sich der Fall für den jungen McCoy als gefährlich und aufwühlend zugleich, denn: Ist er am Ende selber ein Replikant, ohne sich dessen bewusst zu sein?

Philip K. Dick stand Pate
Wie schon beim Film stand auch beim darauf basierenden Computerspiel der Roman "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" (Originaltitel: "Do Androids Dream of Electric Sheep?") des in Science-Fiction-Kreisen hymnisch verehrten Autors Philip K. Dick Pate. Überraschenderweise schafft es auch das Computerspiel "Blade Runner" mühelos, die melancholische Atmosphäre des fiktiven Los Angeles einer düsteren Zukunft einzufangen.

Anders als in Ridley Scotts Verfilmung ist die Stadt nicht heillos übervölkert, sondern im Gegensatz zur Gegenwart sehr dünn besiedelt, was dem Geiste des Romans entspricht. Gleichfalls wird die Frage, was Menschlichkeit bedeutet und wie man erkennt, ob man ein Mensch oder eine Maschine ist aufgegriffen und hinreichend abgehandelt.

1997 stellte dieses Game eine Sensation auf dem Spielemarkt dar. Alleine der Umfang von 4 CDs, die mindestens 150 MB freien Festplattenspeicher verschlangen - bei der kompletten Installation gar rund 2 GB - war zu jener Zeit eine Herausforderung für so manche Hardware. Was "Blade Runner" aber noch heute zum unterhaltenden Adventuregame macht, ist zum einen der betriebene Aufwand, der sich in filmreifen Zwischensequenzen widerspiegelt, zum anderen der Unterhaltungswert.

Verschiedene Endszenarien
Es handelt sich bei "Blade Runner" um eines jener seltenen Spiele, die schlichtweg zeitlos sind. Die Story entfaltet sich schlüssig und nachvollziehbar, ohne, wie bei vielen anderen Games, abrupt oder unbefriedigend zu enden. Apropos "Ende": Einzigartig an dem Spiel war auch die Möglichkeit, durch eigene Handlungen den Spielausgang zu beeinflussen. Zwölf verschiedene Endszenarien waren je nach Handlungsweise möglich.

Einen Schwachpunkt stellt aus heutiger Sicht die Spielegrafik dar. So prachtvoll die Zwischensequenzen inszeniert wurden, so veraltet präsentiert sich logischerweise die Grafik innerhalb des Spiels. Davon abgesehen vermag "Blade Runner" immer noch vollends zu überzeugen.

Einen melancholischen Nachgeschmack hinterlässt dabei die Tatsache, dass es sich um die letzte Produktion der innovativen "Westwood Studio" handelte.

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